14.06.2019 / Allgemein / /

Damals wie heute geht es um Gleichwertigkeit

Eine Generation ist vergangen seit dem 1. Nationalen Frauenstreiktag. Jetzt ist es Zeit für einen zweiten. Viel Arbeit haben Frauen und Männer in der Zwischenzeit verrichtet. Die Welt hat sich mit der Klimaerwärmung, der Digitalisierung und anderen neuen Technologien gewandelt, ist anforderungsreicher geworden.

Die Einführung des Frauenstimmrechtes 1971, die Änderung des Eherechtes 1988, seit welcher der Mann nicht mehr das alleinige Familienoberhaupt ist, und die Revision der Bundesverfassung 1999, welche in Art. 8 den Gleichheitsartikel beinhaltet, haben der Frauenemanzipation in der Schweiz die nötige gesetzliche Legitimation gegeben. Die Schweizer Männer und Frauen waren mehr als bereit dafür.

1991 war der 1. Nationale Frauenstreiktag. Mit Lilaanstecker geschmückt, nahm ich meine halbjährige Tochter mit in die Vorlesung. Ich war dreiundzwanzig. Damals wie heute setzte ich mich nicht für Gleichheit ein sondern für Gleichwertigkeit bei der Erfüllung von beruflichen und privaten Aufgaben.

Achtundzwanzig Jahre später, ist meine Tochter auch im Arbeitsmarkt. Sie hat wie ich den Wunsch, eine wertvolle Arbeit zu einem fairen Lohn zu leisten.

Die Definition, was Fortschritt ist, ist mit den Umweltherausforderungen nicht mehr so eindeutig. Die Intensivierung des Einsatzes umweltschonender Technologien, massvolles Masshalten, nach WinWin-Möglichkeiten in der Wirtschaft und Gesellschaft suchen und für den Frieden und Gewaltlosigkeit einstehen, sind bedeutende Aufgaben, die gemeinsam angegangen werden müssen. Noch ist Diskriminierung eine Realität. Haben wir den Mut, selbst darauf zu verzichten.

Brigitte Schwaller
Dr. oec. HSG
Präsidentin CVP Aarau Regio